Roman Peter Vanillav

Roman Peter Vanillav

Vor einiger Zeit hatte ich mit dem Fox Cake und den Gainsborough zwei naturbelassene Tabake aus dem Sortiment von Roman Peter vorgestellt. Heute wende ich mich mit dem Vanillav einem aromatisierten Vertreter zu, der eine Besonderheit aufweist.

Roman Peter ist nach meinem Wissensstand der einzige Pfeifenmacher in der Schweiz, der damit auch seinen Lebensunterhalt verdient. Seine Pfeifen kann man ausschließlich in seinem Pfeifen- Tabakwarengeschäft in Affoltern am Albis (Kanton Zürich) erwerben – natürlich hat er auch einen Online-Shop. Neben den Pfeifen gibt es eine ganze Reihe von Pfeifentabaken, die Roman Peter selbst kreiert hat. So auch der im Folgenden vorgestellte Vanillav, der sich durch seine großzügige Aromatisierung mit Vanille – wie der Name schon ankündigt – hervorhebt.

Tabakbild und Aromatisierung

Wie fast alle Tabake der Hausmarken von Roman Peter, wird auch der Vanillav offen verkaufen. Einige Tabake werden auch in 50g bzw. 100g Dosen angeboten. Ab 50 g geht es bei den offenen Tabaken los. Die gewünschte Menge wird aus einem großen Tabakglas auf einer historischen Waage abgewogen und in einem Kunststoffbeutel abgefüllt.

Bereits beim Umfüllen vom Kunststoffbeutel in eine Tabakdose oder -glas des Roman Peter Vanillav kann man das ausgeprägte Vanille-Aroma wahrnehmen. Man kann es nicht «überrriechen», aber es bei weitem nicht aufdringlich oder wirkt künstlich. Vanille-Liebhaber werden ihre Freude haben.

Roman Peter Vanillav Tabakbild

Kann man neben der Aromatisierung noch etwas im Geruchsbild erkennen? Ja, die Aromatisierung ist zwar vordergründig, aber man kann auch den Tabak im Geruchsbild wahrnehmen. Allerdings könnte ich jetzt anhand des Geruchsbild nicht bestimmen, welche Tabake für den Roman Peter Vanillav verwendet werden.

Dazu muss man schon die Homepage von Roman Peter bemühen und stellt fest, dass zu mindestens für mich der Vanillav eine Besonderheit aufweist. Neben den üblichen Tabaken für Aromaten – Virginia, Burley und Black Cavendish – enthält der Roman Peter Vanillav auch noch Kentucky. Wie hoch der Anteil des Kentuckys ist, ist nicht angegeben.

Aber es hört sich für mich sehr interessant an. Ein aromatisierter Tabak mit Kentucky – ich kann mir gut vorstellen, dass die Kombination aus Vanille-Aromatisierung und Kentucky zusammenpasst und sich der Roman Peter Vanillav damit etwas von den bekannten «Vanille-Aromaten» abhebt.

In der Pfeife

Der Roman Peter Vanillav mag es sehr gerne, wenn er aus mittelgroßen oder größeren Pfeifenköpfen geraucht wird. Dann hat er genügend Raum, um sich voll und ganz zu entfalten. Und da er seine Aromatisierung erst ganz am Schluss der Pfeife etwas einbüßt, macht es auch Spaß den Roman Peter Vanillav aus einer größeren Pfeife zu genießen.

Der Geschmack nach Vanille ist intensiv und natürlich. Ganz klar ist der Vanillav aber nur etwas für Liebhaber von eher stark aromatisierten Tabaken. Aber auf der anderen Seite hat man nicht den Eindruck, dass man einen Vanille-Pudding sich in die Pfeife gestopft hat. Denn der Tabak verschafft sich dank seiner Stärke – ich würde ihm eine 3 von 5 geben –seinen Platz im Geschmacksbild. Und dies nicht als Juniorpartner, sondern er stellt sich mit der Aromatisierung auf eine Stufe.

Der Vanillav mag größere Pfeifenköpfe

So weit so gut, aber wie macht sich nun der Kentucky im Roman Peter Vanillav? Für meinen Geschmack ganz ausgezeichnet. Er gibt Vanillav das Besondere – er stellt zur süßen Vanille-Aromatisierung den Gegenpol dar. Aber dies passt sehr gut zum Geschmacksbild. Der etwas herbe und würzige Geschmack geht eine ungeahnte Harmonie mit der Aromatisierung ein. Dazwischen ist der Virginia, Burley und Black Cavendish und bildet die Brücke zwischen den beiden Gegenpolen.

Insgesamt ist der Roman Peter Vanillav auf der einen Seite ein – fast klassischer – Vanille-Aromat. Auf der anderen Seite bringt die Tabakmischung mit seinem Kentucky-Anteil das gewisse Etwas in das Geschmacksbild ein, dass nicht dem Geschmack eines ausgeprägten aromatisierten Tabaks entspricht.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich mit Vanille aromatisierten Tabaken, die ich bisher in der Pfeife gehabt habe, keine Freundschaft geschlossen habe. Viele von ihnen haben bei mir eher den rauchbaren Vanille-Pudding hinterlassen, als einen Pfeifentabak, der mit einer Aromatisierung verfeinert wurde.

Der Roman Peter Vanillav ist der erste Vanille-Aromat, den ich mir gerne in die Pfeife stopfe und mit Genuss rauchen kann. Dies liegt sicherlich auch daran, dass der Vanillav zu den mittelstarken Tabaken gehört. Aromatisierte Tabake, die keine gewisse Stärke als Gegengewicht zur Aromatisierung bilden, droht meistens das Schicksal des Austrocknens in meiner Tabakbar.

... dazu eine Tasse Tee oder Kaffee ...

Als Begleiter für den Roman Peter wähle ich oft eine gute Tasse Tee oder Kaffee. Aber auch ganze ohne Begleitung macht der Vanillav eine gute Figur und beschert ein ungetrübtes Raucherlebnis. Damit ist auch gesagt, das ich den Vanillav von Roman Peter am liebsten am Nachmittag in die Pfeife stopfe.

Der leichte herbe und würzige Geschmack schreibe ich dem Kentucky zu, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Aber auf alle Fälle macht diese geschmackliche Finesse den Roman Peter Vanillav zu einem Tabak, den ich gerne jedem Liebhaber von Aromaten empfehlen kann.

Eines muss man aber auch ganz klar sagen, der Roman Peter Vanillav ist ein mittelstark bis stark aromatisierten Tabak und sicherlich kein Kandidat, den man einem Freund der naturbelassenen Tabake empfiehlt. Auch dann nicht, wenn der Pfeifenfreund zu Protokoll gibt, dass er manchmal einen leicht aromatisierten Tabak zum Kaffee in die Pfeife stopft.

In jedem Fall bestärkt mich der Vanillav von Roman Peter, meine Studien der Tabake des Schweizer Pfeifenmachers fortzuführen 😊

Bewertung

  • Stärke: 3 von 5 Punkten
  • Geschmack: 3 von 5 Punkten
  • Aromatisierung: 3 von 5 Punkten
  • Raumnote: süßlicher, aber nicht aufdringlicher Duft nach Vanille

Legende:

1 – sehr mild;
2 – mild bis mittelstark/mild bis medium;
3 – mittelstark/medium;
4 – mittelstark bis stark/medium bis voll
5 – Stark/(sehr) voll

Linktipps

Fotos (c) 2018 Christian Czinczel