Mac Baren - St. Bruno (2)


St. Bruno Flake - Mac Baren

Die Nachricht hat sie sich in der Community der Pfeifenraucher wie ein Lauffeuer verbreitet: Mac Baren bietet ab 2017 den St. Bruno Flake nun auch in Deutschland an.

 

St. Bruno Flake nicht in Deutschland

Bisher war der St. Bruno Flake zwar in vielen Ländern erhältlich, aber halt nicht in Deutschland. Warum war das so? Dies entzieht sich meiner Kenntnis. Wer den Mac Baren St. Bruno geniessen wollte, musste seine Familie z.B. zu Ferien in Spanien überreden oder Jemanden bitten ihm einen Pouch mitzubringen. Vielleicht hat gerade dieses "ist nicht so einfach zu bekommen" den St. Bruno so berühmt und begehrt gemacht.

Der St. Brunos Flake ist ein Tabak der ursprünglich nicht von Mac Baten entwickelt wurde. Wer sich die Verpackung genau ansieht, wir es entdecken - neben dem Mac Baren-Logo steht es: "Ogden's Of Liverpool".

Geschichte von Ogden's

Ogden's wurde 1860 von Thomas Ogden im englischen Liverpool als kleiner Tabakladen gegründet. 1866 wurde dann die erste von insgesamt sechs Tabakfabriken eröffnet. Alle Fabriken waren in Liverpool angesiedelt. 1901 wurde dann Ogden's von American Tobacco Company gekauft, aber war 1902 bereits wieder in britischem Besitz – genauer gesagt im Besitz der Imperial Tobacco Company.

Daran hat sich bis heute auch nichts geändert. Allerdings ist an Ogden's respektive der Imperial Tobacco Company der hart umkämpfte Tabakmarkt und die immer kleiner werdende Gemeinde der Pfeifenraucher nicht spurlos vorübergegangen. Nach und nach wurde das Angebot der Nachfrage angepasst. D.h. es wurden immer mehr Pfeifentabakfabriken innerhalb der Imperial Tobacco Company geschlossen – darunter waren auch Ogden's Fabriken in Liverpool.

Im März 2007 wurde der Ogden's Hauptsitz in der Boundary Lane in Liverpool als letztes der ehemaligen sechs Fabriken geschlossen. In den Fabriken hatten bis zu 2500 Menschen Arbeit gefunden. Nach der Schliessung war das Gebäude leer gestanden. Seit Anfang 2016 wird die Tabakfabrik zu Wohnungen umgebaut.

Unter Pfeifenrauchern hat es Ogden's-Tabake und insbesondere der St. Bruno-Tabak zu einem hohen Bekanntheitsgrad gebracht. Aber auch viele Nicht-Pfeifenraucher haben die Marke gekannt. Grund dafür waren die amüsanten Werbespots in Fernsehen und Kino. Deniz Beck hat in seinem Bericht über den Mac Baren St. Bruno Flake einige dieser Werbespots verlinkt.

2006 hat Mac Baren einige Marken von der Imperial Tobacco Company übernommen. Darunter auch die St. Bruno Tabake. Es hat aber noch einige Zeit gedauert, bis der St. Bruno zuerst in den USA (2016) und dann in Deutschland (2017) erhältlich war.

Mac Baren St. Bruno Flake

Aber nun zum Tabak selbst. Wenn man den Pouch mit dem Mac Baren St. Bruno Flake öffnet, sieht man, dass die Verpackung auch etwas ungewöhnlich ist.

Die relativ dünn geschnittenen Flake-Streifen liegen in zwei Reihen fein säuberlich über einander gestapelt in einem braunen Schälchen aus Kunststoff. Verschlossen ist das Schälchen mit einer goldenen Folie. Das Ganze steckt dann so im Pouch.

Tabakbild und Aromatisierung

Wenn man die goldene Folie entfernt sieht man zwei der dunkelbraune Stapel mit Flake-Scheiben. Bei genauerer Betrachtung der Flake-Streifen entdeckt man die helleren und fast schwarzen Einsprengsel.

Damit sind wir dann auch bei den Tabaken des Mac Baren St. Bruno Flake angekommen. Der St. Bruno Flake hat als Basis Virginia-Tabake, die mit Dark Fired Kentucky verfeinert wurden.

Abgerundet wird der Tabak mit einem leichten floralem, zitrus-artigen Flavour. Für mein Empfinden ist das Flavouring so dezent gehalten, dass den St. Bruno Flake aber bei Weitem nicht zu einem Aromaten macht.

Nachdem man die Folie von dem Kunststoffschälchen abzieht, hat man zuerst einen intensiven Tabakgeruch in der Nase. Erdige, leichte ledrige Duftnoten sind im Vordergrund. Dann nimmt man aber auch die leichten Noten von Zitrus und floralen Noten vom Flavour wahr.

Man kann es fast nicht erwarten den Tabak in die Pfeife zu stopfen und anzuzünden.

In der Pfeife

Der Mac Baren St. Bruno Flake macht einen etwas feuchten Eindruck. Deshalb hört und liest man immer wieder, dass es besser ist die Flakes als Ganzes oder zerrieben etwas abtrocknen zu lassen. Dies habe ich auch gemacht. Aber aus Neugierde habe ich den St. Bruno Flake zerrieben und ohne «Ablüftungsperiode» in die Pfeife gestopft und angezündet. Um ganz ehrlich zu sein – ich hat auch mit dieser Methode einen schönen gleichmässigen Abbrand und kühlen Rauch in der Pfeife. Dies bringt mich zum dem Schluss, dass das vorgängige Ablüften zum «gleich in die Pfiefe stopfen» keinen Einfluss auf die Rauchqualität hat.

Aber wie ist der Mac Baren St. Bruno Flake nun, wenn man ihn angezündet hat? Für meine Rauchgewohnheiten gehört er schon zu den stärkeren Tabaken. Ich würde ihn mit einer Stärke von 3 von 5 einstufen. Dies ist auch in der Regel das Stärkste, was ich mir in die Pfeife stopfe. Tabake mit der Stärke 4 kommen manchmal in die Pfeife; von der Stärke 5 lasse ich in der Regel die Finger.

Geschmacklich kombiniert der St. Bruno Flake die Süsse und Stärke der verwendeten Virginias mit den kräftigen Dark Fired Kenntucky ganz hervorragend. Die schöne Süsse wird mit der Kräftigkeit und Erdigkeit zu einem runden, cremigen Geschmackbild zusammengefügt. Die leichten floralen Noten des Flavours hat man nicht nur in der Nase, sondern diese sind auch im Geschmacksbild vorhanden und sind das i-Tüpfelchen für den St. Bruno Flake.

Für mich ist der Mac Baren St. Bruno Flake der ideale Digestif nach einem guten Essen. Für den Rauchgenuss auf nüchternen Magen oder bereits am Vormittag ist er mir aber zu stark. Aber trotzdem wird der St. Bruno Falke sicherlich ein regelmässiger Besucher in meiner Tabakbar werden. Nur wird er sich dort leider nicht allzu lange aufhalten 😉

Bewertung

  • Stärke: 3 von 5 Punkten
  • Geschmack: 4 von 5 Punkten
  • Aromatisierung: 1 von 5 Punkten
  • Raumnote: angenehm tabakig mit leichtem angenehmen, süsslichem Duft

Legende:

1 – sehr mild;
2 – mild bis mittelstark/mild bis medium;
3 – mittelstark/medium;
4 – mittelstark bis stark/medium bis voll
5 – Stark/(sehr) voll

 

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Foto (c) 2017 Christian Czinczel