TAB150 Jubiläumsedition von Vauen

TAB150 Jubiläum von Vauen

Zu ihrem 150. Jubiläum hat die Firma Vauen sich mal was ganz anderes als sie sonst so produzieren einfallen lassen! Wenn auch Vauen-typisch aromatisch, ist der Schnitt des „TAB150 (Jubiläums Edition)“ mal etwas besonderes für Vauens Sortiment.

 

Vauen goes Curly


„Beste Provenienzen aus Virginia, Kentucky & Louisiana“ wird er beschrieben. Es handelt sich also allem Anschein nach um eine Mixtur aus Virginias, Kentucky-Burley und Louisiana Perique. „Harmonisch abgestimmt mit Black Cavendish“ heißt es weiter…aha…etwas Cavendish ist auch drin – wundert nicht bei Vauens aromatischem Sortiment. Das besondere sind aber die Curly-Cut Münzchen und die teilweise großen Flake Stückchen in der Mischung! In der Dose wartet eine „bunte Mischung“ auf den Raucher…Einige Curly Coins, viele grob gerissene Flake Stücke, eine ordentliche Dosis Black Cavendish und ein wenig loser, heller Virginia Tabak. Meine Vermutung geht dahin, dass die Curly-Cuts aus Virginia+Perique sind und die Flakestücke Virginia+Kentucky, rein von Farbgebung und Geruch her.

Curly-Cuts, Flakestücke und loser Tababk mit schwarzem Cavendish

Honigsüße Früchte

Als Abschluss blieb Vauen sich treu und gab dem Blend ein Top-Flavouring…aber ein dezentes. Ich würde diesen Tabak als „Semi-Aromat“ einstufen. Nicht zu stark- aber deutlich spürbar aromatisiert. Die Aromatisierung wird als „leicht fruchtig“ beschrieben, dem ich zustimmen würde und ergänzen möchte, dass das Flavouring sicherlich auch etwas Honig in sich trägt! Es riecht wie süße Früchte, Honig und dezent würzig-tabakig. Ein wenig brotig. Als jemand der sonst keine bzw. nur sehr, sehr selten mal einen Aromaten raucht, kommt mir eine solche Mischung entgegen…nicht zu stark aromatisiert, aber trotzdem ein süß-würziges „Bon-Bon“ für gewisse Stunden und Stimmungen.

Also ab in die Pief mit dem Kraut! Ein Curly-Coin, 2-3 Flake Stückchen und etwas loser Tabak, in der Handfläche zerrubbelt und gut vermengt, damit alle Aromen gleichmäßig verteilt werden und leicht angedrückt in die Tonpfeife gestopft – es kann los gehen! 

Achja...die Dose gibt's wohl in zweierlei Versionen. Einmal die auf meinem Bild unterhalb und eine mit einem Deckel komplett aus geprägte Metall, ohne Aufkleber, welche ich persönlich noch etwas schönes finde! Außerdem gibt es einen 100g-Nachfüllbeutel mit leichtem preislichen Vorteil gegenüber den einzelnen Dosen. 

"Semi-Aromat"...aromatisiert, aber mit genügend Tabakgeschmack

In den ersten Zügen macht sich die Aromatisierung klar bemerkbar. Dominiert von Honigsüße, die mit einer leicht fruchtigen Note untermalt ist. „Honigsüße Früchte!“ denke ich mir während ich nachfeuere. Schell breitet sich auch der Tabak im Geschmack aus und fordert seinen Anteil im Geschmacksbild ein. Wenn auch mit der Aromatisierung ein wenig um Aufmerksamkeit kämpfend bietet er Aromen von frischem, dunkeln Brot mit ganz leichter Nussigkeit, eine gewisse Peffrigkeit die ich so sehr am Perique schätze und etwas Heu und Grasigkeit. Der Perique steuert sicherlich auch etwas zu der Fruchtnote im Geschmacksbild bei, ist aber wirklich nur in homöopathischen Mengen vorhanden. Also auch etwas für den Perique-Neuling! Alte Perique-Hasen werden ein wenig den „bumms“ vom Perique vermissen, denn Tabak-technisch ist der TAB150 Blend dominiert von Kentuckys und Virginias und der Perique nur eine kleine Würzung, die Kirsche auf der Torte. Leckere Tabaksmischung, die von der stets präsenten Aromatisierung begleitet, ja ich möchte sagen bereichert wird!

Bei der frisch geknackten Dose habe ich dem Tabak 30-90 Minuten Trockenzeit gegönnt..so brennt er trockener, kühler und der Tabak tritt noch ein wenig mehr hervor. Ungetrocknet ist die Aromatisierung ein wenig dominanter.

Nicht nur für Aromaten-Liebhaber zu empfehlen

Eine klare Empfehlung für alle Fans von Aromaten, die mal etwas Würze, etwas mehr Natürlichkeit erschmecken wollen. Aber auch für Naturburschen, die mal was Süßes zwischendurch zu schätzen wissen, aber „Vollaromaten“ ablehnen! Wer, wie ich, an diesen Tabak mit der Vermutung rangeht, dass er unaromatisiert wäre, wird eine (je nach dem positive, oder negative) Überraschung erleben, denn er ist deutlich spürbar aromatisiert. Aber eben nicht zu stark…“Semi-Aromat“ eben! 😉 Auch für den Raucher, der auf seine Umgebung bzw. die Raumnote achten muss oder möchte ist dieser Tabak ein fairer Kompromiss zwischen "noch tabakig im Geschmack" und "mhm, der riecht aber sehr gut"!

Ich hatte gedacht, es handelt sich um eine reine natürliche Mischung, bin aber dennoch positiv überrascht, wie gut hier ein Mittelding aus „aromatisch“ und „tabakig“ gefunden wurde. Eine der wenigen aromatisierten Blends, die ich dann und wann mal in meine Pfeife packe. Passt gut in die Schiene von Blends wie Amphora Full oder Original oder auch Exclusive Mixture No. 1 (vormals Royal), die aromatisch sind und zugleich einen guten Anteil Tabak im Geschmack haben und sich die "aromatische Leckereien" Ecke meiner Tabak-Bar mit dem TAB150 von Vauen teilen! 

Auch für Freunde des naturnahen Tabaks eine "Leckerei für Zwischendurch!"

Bewertung

  • Stärke: 2 bis 2.5 von 5 Punkten
  • Geschmack: 3 von 5 Punkten (medium)
  • Aromatisierung: 2.5 von 5 Punkten ("semi-aromatisch"; Honig-Frucht Flavor das aber Raum für den Tabak lässt)
  • Raumnote: sehr angenehm (süß, fruchtig, ganz leicht würzig; Komplimente zur Raumnote sind keine Seltenheit)

Legende:

1 – sehr mild;
2 – mild bis mittelstark/mild bis medium;
3 – mittelstark/medium;
4 – mittelstark bis stark/medium bis voll
5 – Stark/(sehr) voll

Linktipps

Allgemeine Informationen zu Tabak-Bewertung / Previews

Text und Fotos © 2017 Deniz Beck